Kurz gesagt: Das meiste Geld liegt nicht in neuen Aktionen, sondern in offenen Beträgen. In den Kassen bei Kassencapitano ist nur gut ein Drittel aller eingetragenen Strafen bezahlt (Stand Oktober 2026). Wer zuerst einsammelt, was schon geschuldet wird, braucht oft gar keine Aktion.
Erst einsammeln, dann sammeln
Bevor ihr einen Kuchenstand organisiert: Schau, was offen ist. In fast jeder Mannschaft stehen ein paar hundert Euro an Strafen und Beiträgen aus, die niemand eintreibt, weil Nachfragen unangenehm ist. Drei Dinge helfen sofort:
- Eine Liste, die jeder sieht. Wer seinen eigenen offenen Betrag kennt, zahlt öfter, ohne dass du fragen musst.
- Ein Zahlweg mit einem Schritt. PayPal-Link oder Überweisung mit fertigem Verwendungszweck. Jeder Zwischenschritt kostet dich Zahler.
- Ein fester Stichtag. „Bis zum letzten Heimspiel vor der Winterpause ist alles bezahlt“ wirkt besser als zehn einzelne Erinnerungen.
Wie viel Strafen üblicherweise kosten und was eine Kasse über die Saison einnimmt, steht im Artikel Wie hoch sollten Strafen sein?
Wenig Aufwand: an einem Nachmittag erledigt
1. Pfand sammeln
Nach Heimspielen, Feiern und dem Grillabend bleiben Flaschen und Dosen liegen. Ein fester Pfandsack in der Kabine und einer, der ihn monatlich wegbringt. Bringt pro Saison 50 bis 150 Euro, kostet nichts.
2. Kuchen- oder Würstchenverkauf beim Heimspiel
Drei Spieler backen, zwei stehen am Stand. Ein Blech Kuchen bringt bei 1,50 Euro pro Stück etwa 30 Euro. Bei Würstchen liegt die Marge niedriger, aber der Umsatz höher. Sprecht euch mit dem Verein ab, falls es schon einen Vereinsstand gibt.
3. Die Geburtstagsregel
Wer Geburtstag hat, gibt eine Kiste aus oder zahlt einen festen Betrag in die Kasse. Viele Mannschaften haben das ohnehin im Strafenkatalog. Bei 20 Spielern sind das 20 Anlässe im Jahr. Wie man das automatisch einträgt, steht in der Strafenkatalog-App.
4. Tippspiel zur Bundesliga oder WM
Jeder zahlt einen kleinen Einsatz, die Hälfte geht an den Sieger, die andere Hälfte in die Kasse. Läuft über die ganze Saison und hält auch die Gruppe in der Sommerpause zusammen.
5. Kleidung und Material verkaufen
Alte Trikotsätze, zu kleine Trainingsanzüge, Bälle aus dem Vorjahr: auf Kleinanzeigen oder im Verein an die Jugend. Bringt einmalig oft mehr als gedacht.
Mittlerer Aufwand: ein bis zwei Wochen Vorbereitung
6. Sponsorenlauf oder Sponsorentraining
Jeder Spieler sucht sich zwei bis drei Sponsoren aus Familie und Bekanntenkreis, die pro gelaufener Runde oder pro Tor im Abschlussspiel einen Betrag geben. Bei 15 Teilnehmern und im Schnitt 25 Euro pro Spieler kommen 375 Euro zusammen.
7. Ein lokaler Sponsor für die Kasse
Nicht gleich der Trikotsponsor: Die Pizzeria, bei der ihr nach dem Spiel sitzt, oder der Betrieb eines Spielers. 100 bis 300 Euro im Jahr gegen ein Foto in eurer Instagram-Story und einen Aufkleber in der Kabine sind für viele Betriebe machbar. Gehört ihr zu einem Verein, vorher mit dem Vorstand sprechen.
8. Arbeitseinsatz als Mannschaft
Umzugshilfe, Gartenarbeit, Aufbau beim Dorffest, Ordnerdienst bei Veranstaltungen. Eine Mannschaft mit acht Leuten an einem Samstag ist für viele Auftraggeber 200 bis 500 Euro wert.
9. Turnier ausrichten
Ein Hallenturnier oder Kleinfeldturnier mit Startgeld und Verpflegungsstand. Viel Organisation, aber bei acht Mannschaften à 30 Euro Startgeld plus Verkauf bleiben schnell 300 bis 600 Euro.
10. Weihnachtsbaum- oder Tannenbaumaktion
Im Januar Weihnachtsbäume einsammeln gegen eine Spende. Klassiker in vielen Dörfern, mit Anhänger und zwei Stunden Arbeit erledigt.
Langfristig: einmal einrichten, jedes Jahr Geld
11. Beitrag anpassen statt Aktionen planen
Wenn jedes Jahr Geld fehlt, ist der Beitrag zu niedrig. Zwei Euro mehr im Monat sind bei 20 Spielern 480 Euro im Jahr, mehr als jeder Kuchenverkauf. Wie man die richtige Höhe ausrechnet, steht im Artikel Wie hoch sollte der Beitrag sein?
12. Spendenplattformen von Banken und Sparkassen
Viele Volksbanken und Sparkassen haben Crowdfunding-Plattformen für Vereine, bei denen die Bank jede Spende aufstockt. Meist muss der Verein das Projekt einreichen, nicht die Mannschaft.
13. Einkaufen mit Vereinsprämie
Es gibt Portale, bei denen Online-Händler einen kleinen Prozentsatz jedes Einkaufs an einen Verein ausschütten. Pro Einkauf sind das Cents, über eine ganze Mannschaft samt Familien kommt im Jahr ein zweistelliger Betrag zusammen.
14. Förderprogramme von Verbänden
Landessportbünde und Kreissportbünde fördern zum Beispiel Material oder Fahrten von Jugendmannschaften. Der Antrag läuft über den Verein und dauert, das Geld fließt aber zuverlässig.
15. Altpapier- und Schrottsammlung
Aufwendig und wetterabhängig, aber in manchen Regionen eine feste Einnahme für Vereine. Lohnt sich vor allem, wenn ein Mitglied einen Hänger oder Kontakte zum Wertstoffhof hat.
Was sich nicht lohnt
- Lose oder Tombolas ohne Genehmigung. Öffentliche Verlosungen brauchen je nach Bundesland eine Erlaubnis.
- Höhere Strafen als Geldquelle. Ein Katalog, der abkassiert, wird nicht mehr bezahlt. Strafen sollen Regeln stützen, nicht die Kasse füllen.
- Bargeld in der Sporttasche. Jede Aktion verliert Geld, wenn die Einnahmen nicht sofort eingetragen werden.